Willkommen auf http://jagd.guide

Ich hab‘ ein weit Revier …

Meine beiden Revier auf einem Bild vereinigt. Das hintere Revier mit den absterbenden Fichten bejagte ich zwischen 1980 und 1990. Dort erlegte ich auch meinen Lebenshirsch. Das Revier im Vordergrund bejagte ich bis 2012. In dem über 700 Hektar großen Revier sammelte ich meine Erfahrungen mit Mais und Sauen. Das schaffte mich so, dass ich danach die Büchse gegen Kamera und Wanderstock tauschte und den weiten Taunus zu meinem neuen Revier erkor..

In beiden Revieren zählen Fichten zu den Hauptbaumarten. In beiden Revieren sind aber die Schäden durch die zunehmende Wärme und durch zunehmende Trockenheit deutlich erkennbar. Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass die großen Fichtendickungen und Fichtenwaldungen im Taunus langsam der Vergangenheit angehören. Die Böden sind so trocken, dass Fichten nur noch dort gedeihen, wo die Böden ausreichend durchfeuchtet sind. An allen anderen Standorten werden sie weichen.

Wer genau hinschaut, erkennt den Wandel schon am Bau von Kanzeln und Leitern. Bestimmten zu der Zeit, als ich mein erstes Revier pachtete, noch hohe und höchste Leitern und Kanzeln das Bild der Reviere, sehen wir heute zunehmend mehr niedrige Ansitze jedweden Formats. Auch das Baumaterial ändert sich. Wurden Hochsitze und Leitern bisher noch vorwiegend aus ortsnah gewachsenen trockenen Fichtenstangen errichtet, wird so mancher neue Fertigsitz inzwischen schon aus ‚zertifiziertem‘ Import-Holz hergestellt.

Die niedrige Sitze bringen auch einen Wandel der Jagd mit sich. Konnte man auf hohen Leitern und Kanzeln noch recht unbemerkt ansitzen, ist dies bei den sich verbreitenden Niedrigsitzen nur noch dann möglich, wenn diese auf ausreichend große Distanz zum Wild und seinen Wechseln errichtet sind. Wer einmal erlebt hat, wie panisch Rehwild oder Rotwild reagiert, wenn es einen erdnah sitzenden Jäger anwechselt und ihm förmlich in die Augen schaut, weiß, was ich meine. Wer auf so einem Sitz eine Nahbegegnung mit einem Rudel führenden Alttier hat, darf sich nicht wundern, wenn er dort auf Jahre kein Stück Rotwild aus diesem Rudel mehr sieht. Der Sitz ist ‚verbrannt‘. Niedrige Sitze sind gut für Drückjagden und dort, wo sie aus sicherer Distanz Anblick ermöglichen.

Von meinen Wanderungen im nördlichen Taunus weiß ich, dass in vielen Revieren für den Hochsitzbau geeignete Fichtenstangen Mangelware sind oder gar schon ausgegangen sind. Wer klug ist, schaut sich rechtzeitig um und sichert sich noch die verfügbaren Stangen. Wildnah auf hohen Leitern und Kanzeln anzusitzen ist ein unvergleichliches Erlebnis.
W.H, Juni 2019

www.jagd.guide ist eine private WebSite.
Ich erfasse keine Daten.

Wolfgang Heller, 35789 Weilmünster im Taunus
info @ wolfgangheller.eu

Jagd.Guide als E-Book

Weil es sehr aufwändig ist, eine differenzierte WebSite zur Jagd einzurichten und zu betreiben, habe ich mich dazu entschlossen, alle die Erfahrungen, Erlebnisse und Bilder, die sich über die 40 Jahre angesammelt haben, Kapitel für Kapitel in einem E-Book zusammenzufassen. Der Titel ist schon fertig. Die ersten Seiten folgen bald.

Bilder, die ich hier einstelle, entstehen entweder zufällig während meiner täglichen Spaziergänge und Wanderungen oder in Wildparks. Die beiden Aufnahmen hier entstanden auf weit über 100 Meter mit 30-fachem Tele während eines Spaziergangs zum Sommeranfang.